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Internationaler Workshop - Kulturlandschaftserhaltung in Theorie und Praxis

Im Rahmen des Interreg IIIB CADSES-Projekts Cultural Landscape lud Umwelt Management Austria Mitte Oktober zu einem mehrtägigen internationalen Meeting nach Österreich. An die 60 Gäste aus Österreich, Deutschland, Polen und Rumänien folgten dieser Einladung. Geboten wurden fundierte Fachinformation und insbesondere Exkursionen zu österreichischen Best-Practice-Beispielen der Kulturlandschafterhaltung.

Cultural Landscape

Das Projekt Cultural Landcape beschäftigt sich mit der Frage, wie die wertvolle, häufig durch geänderte Wirtschaftsweisen bedrohte Kulturlandschaft Europas erhalten werden kann. Neben der Entwicklung von geeigneten Modellen zur Kulturlandschaftserhaltung sollen diese in Pilotprojekten in der Praxis umgesetzt werden. In Europa gibt es bereits vielfältige derartige Ansätze. Ein Blick über die Ländergrenzen erweist sich bei der Modellentwicklung und –Umsetzung daher als anregend und wertvoll.

Theorie und Praxis

Die österreichischen Zugänge zu einer praxiswirksamen Kulturlandschaftserhaltung präsentierte Umwelt Management Austria den Projektpartnern, aber auch Entscheidungsträgern, Interessierten und den unmittelbaren Umsetzern von Projekten in den Partnerländern, im Rahmen eines Meetings in St. Pölten. Neben Fachvorträgen zur Erstellung von Energiekonzepten in Kommunen, zu den prinzipiellen Herausforderungen der Kulturlandschaftserhaltung und adäquaten Lösungsansätzen sowie zum Themenfeld Tourismus und Kulturlandschaft führten zwei Exkursionen zu Best-Practice-Beispielen in Österreich.

Vielfältige Ansätze

Die sowohl bei den Fachvorträgen als auch bei den Exkursionen dokumentierten Ansätze in Österreich zur ökonomisch vorteilhaften Kulturlandschaftserhaltung sind vielfältig. Beim Projekt Ökologischer Kreislauf Moorbad Haarbach wurde der zunehmenden Einstellung der Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Flächen durch eine Kooperation zwischen landwirtschaftlichen Betrieben, den Tourismusbetrieben und dem Gewerbe begegnet. Die Landwirte der Region produzieren Produkte nach den Kriterien der biologischen Landwirtschaft, die Gewerbebetriebe der Region veredeln die Produkte und die Tourismusbetriebe verwenden diese zur Versorgung ihrer Gäste

Waldland hingegen konzentriert sich mit seinen 900 Mitgliedsbetrieben auf die Herstellung von Nischenprodukten und deren Weiterverarbeitung. Dies sichert den landwirtschaftlichen Betrieben ein entsprechendes Einkommen und die Weiterbewirtschaftung der Flächen ist sichergestellt. Beispielsweise werden Kräuter für die Pharmaindustrie hergestellt oder Flachs zu Dämmstoffen oder Garn weiterverarbeitet. Neuerdings bietet Waldland auch die Umrüstung von KFZ-Motoren auf Pflanzenöl an.

In Güssing liegt der Schwerpunkt auf erneuerbaren Energieträgern. Die Stadt Güssing hat sich zum Ziel gesetzt, ihre Energieversorgung auf 100% erneuerbare Energieträger umzustellen. Dieses Ziel ist mittlerweile erreicht: In Güssing wird mehr Energie produziert als verbraucht. Dazu wurde eine enge Kooperation mit Land- und Forstwirtschaftsbetrieben eingegangen, die die erneuerbaren Energieträger liefern. In modernen Verbrennungs- und Umwandlungsanlagen werden diese sodann zu Wärme, Strom und Treibstoff umgesetzt. Das einzigartige Modell mit den vielen Demonstrationsanlagen lockt nicht nur Industriebetriebe in die Region sondern auch zahlreiche Touristen.

Auch seitens der Verwaltungsdienstetellen werden Anreizprogramme zu einer ökologisch vorteilhaften Landbewirtschaftung geschaffen. Einzigartig ist dabei beispielsweise das niederösterreichische Programm Ökopunkte, mit dem die Umweltleistung eines gesamten landwirtschaftlichen Betriebes in zahlreichen Bereichen (Düngung, Fruchtfolge, Landschaftselemente, etc.) mit Plus- und Minuspunkten, den Ökopunkten, bewertet wird. Diese Ökopunkte sind das Maß für eine jährliche, finanzielle Förderung.

Ausblick

Mit vielen neuen Einblicken – unter anderem auch in das Heurigengeschehen in der Wachau, das bei einem gemütlichen abschließenden Abend auf Einladung von Umweltlandesrat Dipl.-Ing. Plank und LAbg. Bgm. Riedl begutachtet wurde – traten die Teilnehmer des Meetings ihre Heimreise an. Damit ist das Projekt Cultural Landscape allerdings bei weitem nicht abgeschlossen. Vielmehr gilt es, aus diesen Erfahrungen zu lernen, sie umzusetzen, weitere Ideen in anderen Ländern zu sammeln und fundierte Ausbildungsprogramme zu entwickeln. All dem werden sich die Projektpartner in den nächsten Monaten widmen. Man darf bereits gespannt sein auf die Ergebnisse. Wollen Sie diesbezüglich am Laufenden bleiben, so steht Ihnen die Homepage des Projekts zu Verfügung: http://www.cadses.ar.krakow.pl.