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Verwertung die sich rechnet

Hätten Sie gedacht, dass man aus Ziegelbruch Tennissand herstellen kann und sich Altholzabfälle in wertvolle Pellets verwandeln lassen? Diese und noch mehr interessante Projekte wurden beim Abschlussworkshop des Öko-Informationsclusters Mödling vorgestellt.

Der Öko-Informationscluster Mödling hat zum Ziel, den Abfall des einen zum Rohstoff des anderen zu machen. Nach eineinhalb Jahren Projektdauer fand der, von Umwelt Management Austria organisierte Abschlussworkshop im WIFI Mödling statt.

Insgesamt 36 Firmen aus dem Bezirk Mödling sind in dem vom Institut für industrielle Ökologie koordinierten Netzwerk des Informationsclusters aktiv. Und auch an Reststoffen, die einer nachhaltigen Verwertung zugeführt werden sollen, mangelt es nicht: Altpapier und Kartonagen führen mit Glas und Sägenebenprodukten die Hitliste der „neuen Rohstoffe“ an. Im Flüssigbereich geht es z. B. um Lösemittel, Lacke und Altöle sowie Brems- und Kühlflüssigkeiten.

Die Firma Fundermax mit einem Standort in Wiener Neudorf konnte bereits vom „ICLU“-Projekt profitieren: Beim Hersteller von technischen Kunststoffen und Holzwerkstoffen u. a. für die Bau- und Möbelindustrie werden beispielsweise Tischplatten gefertigt, die im Laufe des Produktionsprozesses imprägniert werden. Dafür wurden bisher 200.000 Liter Methanol pro Jahr als Lösemittel verwendet, das nach dem Gebrauch als gefährlicher Abfall entsorgt werden musste. Im Gespräch mit der Firma Wittmann, die sich mit Lösemittelaufbereitung und deren Rückgewinnung beschäftigt, entstand die Idee, das Methanol im Unternehmen aufzubereiten und wieder zu verwenden. Dazu wird es mit einem Filter von festen Verunreinigungen befreit. Ein Aktivkohlefilter „fischt“ dann auch noch die Farbstoffe heraus. Das so wieder aufbereitete Methanol kann für weniger anspruchsvolle Arbeitszyklen eingesetzt werden. Mit dem Ergebnis, dass sich das Unternehmen einiges an Geld spart; im Einkauf von Methanol und in der Entsorgung. „Oft sind es ganz einfache Ideen, die dann aber voll einschlagen“, freut sich die Präsidentin der Wirtschaftskammer Niederösterreich, Sonja Zwazl, über die ICLU-Initiative. Sie regte an, dass auch „die öffentliche Hand den Wiederverwertungs-Gedanken aufnimmt. Warum muss ich beim Bau einer Straße immer nur Schotter verwenden - Recyling-Material würde sich genauso eignen!“